རྭ་ཆུང་སྤྲལ་འཇམ་དབྱངས་རྡོ་རྗེ།
(rwa chung sprul ‚jam dbyangs rdo rje)
Ra Chung Tulku, Jamyang Dorjé
Ra Chung Tulku Jamyang Dorjé (spätes 18. bis frühes 19. Jahrhundert) wurde als Reinkarnation (Tulku) von Ra Chung Gélong anerkannt. Sein Name „Jamyang“ (Manjushri) verbindet ihn mit dem Bodhisattva der Weisheit, dessen zornvolle Manifestation Vajrabhairava ist, während „Dorjé“ (Vajra) auf die unzerstörbare Natur des erleuchteten Geistes verweist.
Historischen Quellen zufolge war er in einem Kloster in Zentral- oder Ost-Tibet ansässig, das eine besondere Verbindung zur Ra-Tradition der Vajrabhairava-Praxis unterhielt. Als anerkannter Tulku wurde er bereits in jungen Jahren umfassend in den Gelehrten- und Meditationstraditionen der Gelug-Schule ausgebildet.
Sein Beitrag zur Überlieferungslinie konzentrierte sich auf die Bewahrung der Reinheit der Übertragung, während er die Lehrmethoden anpasste, um Praktizierende mit unterschiedlichen Fähigkeiten zu erreichen. Er lebte in einer Zeit, in der die Spannungen zwischen den großen Schulen in Tibet zunahmen, und Quellen deuten darauf hin, dass er stets die nicht-sektiererischen Aspekte der Vajrabhairava-Praxis betonte.