མཁས་གྲུབ་སངས་རྒྱས་ཡེ་ཤེས།
(mkhas grub sangs rgyas ye shes)
Khaydrub Sanggyay Yéshey (Khedrub Sangye Yéshey)
Khaydrub Sanggyay Yéshey (Khedrub Sangye Yéshey, 1525-1591) erhielt die Vajrabhairava-Übertragung von Gyelwa Lobzang Döndrub. Sein Name setzt sich aus „Khaydrub“ (Gelehrter-Adept), „Sanggyay“ (Buddha) und „Yéshey“ (Urweisheit) zusammen und weist auf seinen Ruf hin, sowohl wissenschaftliche Exzellenz als auch verwirklichte Weisheit zu verkörpern.
Er lebte in einer Zeit der politischen Konsolidierung in Tibet unter dem wachsenden Einfluss der Gelug-Schule und ihrer Förderer. Als Meister sowohl philosophischer Texte als auch tantrischer Praktiken trug er dazu bei, die hohen Standards der Praxis und des Studiums aufrechtzuerhalten, die von Tsongkhapa eingeführt wurden. Sein besonderer Beitrag zur Überlieferungslinie bestand darin, die subtilen Punkte der Visualisierung und Energiepraxis zu klären, die für die Form des einsamen Helden von Vajrabhairava spezifisch sind.
Historische Quellen deuten darauf hin, dass er mit wichtigen Gélug-Institutionen in Zentraltibet in Verbindung stand und zahlreiche Schüler ausbildete, darunter prominente religiöse und politische Persönlichkeiten seiner Zeit. Was Khaydrub Sanggyay Yéshey in dieser Linie besonders bedeutend macht, ist seine Rolle als direkte Verbindung zwischen den früheren Übertragungsinhabern und dem vierten Panchen Lama, Lobzang Chökyi Gyeltsen (བློ་བཟང་ཆོས་ཀྱི་རྒྱལ་མཚན་, 1570-1662).
Sein Titel „Khaydrub“ (mkhas drub), was „Gelehrter-Adept“ bedeutet, weist darauf hin, dass er sowohl die wissenschaftlichen als auch die meditativen Aspekte der Tradition beherrschte, eine Kombination, die für die tantrische Übertragung besonders wichtig ist.
Die Überlieferung deutet darauf hin, dass er in einer Zeit der politischen Konsolidierung in Tibet unter dem aufkommenden Einfluss der Gélug-Schule und ihrer Förderer lebte. Als Meister sowohl der philosophischen Texte als auch der tantrischen Praktiken trug er dazu bei, die von Tsongkhapa etablierten hohen Standards der Praxis und des Studiums aufrechtzuerhalten. Sein besonderer Beitrag zur Überlieferung bestand darin, die subtilen Punkte der Visualisierung und Energiepraxis zu klären, die für die Form des einsamen Helden von Vajrabhairava spezifisch sind.
Sein tiefes Wissen über die Vajrabhairava-Praxis basierte auf der soliden tantrischen Ausbildung, die die Gélug-Ausbildung in dieser Zeit auszeichnete, nämlich in den drei wichtigsten tantrischen Systemen der Gélug-Tradition: Guhyasamāja, Cakrasaṃvara und Vajrabhairava.
Historische Quellen zeigen auf, dass er mit wichtigen Gélug-Institutionen in Zentraltibet in Verbindung stand und zahlreiche Schüler ausbildete, darunter prominente religiöse und politische Persönlichkeiten seiner Zeit. Vor allem aber sorgte er mit der Übertragung der Vajrabhairava-Linie an den vierten Panchen Lama dafür, dass diese Praxis als zentrales tantrisches System der Gélug-Schule fest etabliert wurde und sowohl von Mönchen als auch von Laienpraktizierenden in ganz Tibet ausgeübt wurde.
Die Stellung von Khaydrub Sanggyay Yéshey in der Überlieferungslinie zeigt, wie die Vajrabhairava-Überlieferung bis zum 16. Jahrhundert vollständig in die institutionelle Hauptstruktur der Gelug-Schule integriert worden war – eine bedeutende Entwicklung gegenüber der umstrittenen Einführung durch Ra Lotsāwa fünf Jahrhunderte zuvor. Durch seine Lehre wurde die Praxis, die einst als potenziell „nicht-buddhistisch“ umstritten war, als eine der kraftvollsten und authentischsten Ausdrucksformen des buddhistischen Gélug-Tantra anerkannt.