Der verborgene Praktizierende, Jñānasambhava

ཡེ་ཤེས་འབྱུང་གནས་སྦས་པ།
(ye shes ‚byung gnas sbas pa)
Jñānasambhava, der verborgene Praktizierende

Die Bezeichnung „verborgener Praktizierender“ (sbas pa) deutet darauf hin, dass Jñānasambhava ein geheimnisvoller Yogi war, der seine Übungen außerhalb von Institutionen wie Klöstern oder Tempeln praktizierte. Der Begriff impliziert, dass jemand seine spirituellen Errungenschaften verbirgt und möglicherweise als gewöhnlicher Mensch lebt, während er fortgeschrittene Meditationspraktiken wie höhere Tantra-Klassen praktiziert, die für die breite Öffentlichkeit möglicherweise zu esoterisch sind. Sein Name bedeutet übersetzt „Quelle ursprünglicher Weisheit“.

Er lebte im 9. bis 10. Jahrhundert und praktizierte zu einer Zeit, in der der tantrische Buddhismus zwar florierte, aber auch im mittelalterlichen Indien mit erheblichen Herausforderungen konfrontiert war. Sein verborgener Übungsstil deutet darauf hin, dass er in einer Zeit lebte, in der die offene Ausübung des Buddhismus auf Hindernisse stieß, oder er hat diesen Ansatz gewählt, um Ruhm und Ablenkung zu vermeiden. Seine Rolle in der Überlieferungslinie zeigt, wie wichtig sowohl institutionelle als auch nicht-institutionelle Praktizierende für die Aufrechterhaltung tantrischer Übertragungen sind.